Sylvia Klimesch betreibt eine gemütliche Pension mit langer Geschichte direkt am Mondsee.

Sie ist eine geborene Aktivistin und Weltreisende, wie man hier nicht vermuten würde.

Wenn man das Haus betritt, ist nicht von Anfang an klar, wie lange es schon steht. Seit Generationen ist dieses in Familienbesitz und wurde als Pension von Großmutter, auf die Mutter und dann auf Sylvia vererbt.
Soweit sich Sylvia erinnern kann, war am Haus immer irgendwo eine Baustelle, Umbau, Neubau, Zubau. Zusätzlich wurde auch ein Gastlokal angebaut, das aktuell verpachtet ist.
Das Haus war wie ein eigenes Universum für Sylvia, ein offenes Haus bis zum Dachboden, gefüllt mit Gästen aus der ganzen Welt. Andererseits gab es nie ein Privatleben und, es war zwar immer wer da, aber eigentlich hatte nie jemand wirklich Zeit, erinnert sie sich wehmütig.
Ob sie die Pension einmal übernehmen würde, war für sie lange nicht klar, obwohl sie die Hotelfachschule besuchte. Zur inneren Klärung ging sie nach der Matura für sechs Monate als Au-pair in die Schweiz. Danach löste sie ihren Bausparer auf, verkaufte ihr Auto und zog mit dem Rucksack um die Welt, bereiste Malaysien, Australien, Neuseeland und Thailand. 

Dann wollte sie auf jeden Fall nach Wien und inskribierte Meeresbiologie und Französisch. Aber irgendwie merkte sie in der ersten Vorlesung schon, dass das Studentinnenleben nicht ihre Welt war. Somit suchte sie sich einen Job und fing in einem Hotel als Rezeptionistin an. Sylvia ist gerne Dienstleiterin, aber auch Wien war damals nicht das Richtige für sie. Sylvia vermisste den See im Sommer. Daher zog sie wieder nach Mondsee und half in der Pension ihrer Mutter.
Im Gastgewerbe oft den Job zu wechseln wird als Vorteil gesehen, das ist ja nicht in jeder Branche so. Das kam ihr sehr entgegen. So passte es gut, im Sommer in Mondsee zu arbeiten und im Winter zb auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten, nach Ägypten zu gehen und dort auch fast zu heiraten. Später kam dann noch eine Ausbildung zur Reisebegleitung dazu. Ihr hehres Ziel war Toleranz zu vermitteln und das am besten in Tunesien. Doch es kam alles anders. Ihre Mutter erkrankte und so ging sie wieder einmal nach Mondsee zurück. Hier lernte sie beim Tauchen auch ihren Mann kennen. Mit einem großen Strauß Rosen war es um sie geschehen. Gemeinsam führten sie einen Handel mit Waren aller Art. Ein Sohn wurde geboren. Später folgte aber wieder die Scheidung.

2001 hat Sylvia dann doch die Pension in alter Frauenfamilientradition übernommen. 2008 erlitt sie nach den üblichen unzähligen Baustellen am Haus einen Bandscheibenvorfall. In der Genesungsphase las sie von Christian Felber „Neue Werte in der Wirtschaft“ und gründete nach Kontakten in Salzburg und Vöcklabruck in Mondsee eine Attac-Gruppe, die sich mit alternativem Wirtschaften beschäftigt.
Sylvia war als Erwachsene nie in Vereinen, durch ihre Auslandsaufenthalte hatte sie auch viele Kontakte verloren, durch Attac hat sie wieder viele neue FreundInnen und Bekannte gefunden.

Bei der Frauenfachakademie Mondsee besuchte sie einen Kurs zur Fortbildung, ihr Projekt war: „Zusammenarbeit von gesellschaftspolitischen Initiativen“. Das half bei der Gründung der Grünen Ortsgruppe in Mondsee, denn die Bürgerliste hörte auf. Ihr Motto war, wen sollte man denn sonst wählen. Das Projekt war von Erfolg gekrönt, der Einzug mit 4 Mandaten beim ersten Antreten ist beachtlich.

Und Sylvia kam auf den Geschmack, frei nach dem Motto: „Was fehlt, musst du dir selber machen.“ Im Winter 2016 wurde beim gemeinschaftlichen Schnapsbrennen die Idee des Mondsäer Gemeinschaftsgartens gegründet. 2017 wurde von der Gemeinde ein Grundstück zur Verfügung gestellt und das Projekt wurde gestartet.

Seit zwei Sommern hilft ihr Sohn nun auch in der Pension mit. Da stellt sich für Sylvia wieder die Frage: „Was hätte ich getan, wenn die Pension nicht da gewesen wäre?“.
Die Zeit wird weisen, was Sylvia noch alles unternehmen wird. Bis es soweit ist, führt sie weiterhin viele politische Diskussionen mit ihren Gästen, denn sie bietet nicht nur gemütliche Betten und gesundes Frühstücksbuffet, sondern vermittelt auch Wertvorstellungen.

Pension Klimesch
Meinrad – Guggenbichler-Straße 13
5310 Mondsee – Austria
Mobil: +43 676 715 60 61
Mail: klimesch@pension-am-mondsee.at
Web: https://www.pension-am-mondsee.at